Arnoldsweiler-Ellebach

DFG-Projekt „Siedlung und Gräberfeld des linearbandkeramischen Fundplatzes Arnoldsweiler-Ellebach"


Team: Prof. Dr. Andreas Zimmermann, Prof. Dr. Renate Gerlach, Robin Peters M.A., Nadia Balkowski M.A., Marie-Christine Metternich B.A.
Universität zu Köln
Insitut für Ur- und Frühgeschichte
Weyertal 125
50923 Köln
E-Mail: lbk-arnoldsweiler@uni-koeln.de
Tel: 0221 - 470 6775

 

Abb. 1:
Übersicht der bandkeramischen Befunde des Fundplatzes Arnoldsweiler-Ellebach (verändert nach Cziesla u.a. 2013).


Linearbandkeramische Siedlungen und Gräberfelder wurden bisher häufig isoliert voneinander untersucht. Dieses Projekt widmet sich der Erforschung der Beziehungen zwischen diesen beiden Befundkategorien. Die Fundstelle Arnoldsweiler-Ellebach (Kreis Düren) ist mit ihrer ungewöhnlichen Kombination aus Grab- und Hausbefunden, sowie Brunnen und einer Grabenanlage zur Bearbeitung dieser Frage besonders geeignet.
Aufgeteilt ist das, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt in zwei Arbeitsbereiche, die im Rahmen von zwei Doktorarbeiten erarbeitet werden:

  • Siedlung, Brunnen und Keramikfunde (Nadia Balkowski)
  • Gräberfeld, Erdwerk und Steinartefakte (Robin Peters)

Die archäologischen Funde und Befunde des Fundplatzes werden nach einem standardisierten Verfahren merkmalsanalytisch-quantitativ aufgenommen und über ein Geo-informationssystem verknüpft. Anschließend werden die erhobenen Daten mit Methoden der multivariaten und räumlichen Statistik ausgewertet.
Der detaillierte Vergleich der Funde und Befunde aus den verschiedenen Teilbereichen (Häuser, Gräber, Brunnen, Grabenanlage) des Fundplatzes soll mögliche Verbindungen aufzeigen. Dazu sollen verschiedene Aspekte beleuchtet werden, unter anderem:

  • Nutzungsdauer und Besiedlungsintensität der Siedlung
  • Belegungsdauer und -dichte des Gräberfeldes
  • Identifizierung von mögl. Gruppen in Siedlung und Gräberfeld
  • Wasserversorgung am Fundplatz
  • Bezug des Erdwerks zu den restlichen Fundplatzbereichen

Neben diesen fundstelleninternen Untersuchungen wird die Rolle des Fundplatzes in den regionalen und überregionalen Interaktionsnetzwerken der Linearbandkeramik analysiert.
Ein Projekt zu den naturwissenschaftlichen Aspekten des Fundplatzes Arnoldsweiler-Ellebach befindet sich derzeit in Vorbereitung.

 

Abb. 2:
Ausschnitt eines Hausbefundes im Planum (Aufnahme: Fa. Wurzel Archäologie).

 

Abb. 3:
Grab mit Knochenerhaltung (Aufnahme: Fa. Wurzel Archäologie).

 

Abstract:
Settlements and cemeteries of the Linear Pottery Culture have often been investigated in different archaeological projects and in isolation. Therefore, the project aims at shedding light on the relationship between these two kinds of archaeological feature types. The site of Arnoldsweiler-Ellebach (district Düren, North Rhine-Westphalia) is most suitable for this task due to its unusual combination of archaeological features, which include graves, houses, wells and an earthwork enclosure.
The archaeological finds and features will be analyzed using a standardized, quantitative approach and contextualized within Geographical Information Systems. Subsequently, the recorded data are evaluated applying methods of multivariate statistics and spatial analyses. An important task is to establish links between the different subareas (settlement, cemetery, well, and enclosure) of the site. Besides these intra-site analyses, we reconstruct the site’s integration in regional and supra-regional social networks.
This research project is the first of two, both aiming at a comprehensive analysis of the Linear Pottery Culture complex of Arnoldsweiler-Ellebach. The second project is designed to focus on geoarchaeological and scientific analyses.

 


Abb. 4:
Kastenbrunnen (Aufnahme: Fa. Wurzel Archäologie).

 


Abb. 5:
Teilaufnahme der Grabenanlage im Planum (Cziesla u.a. 2013, Abb. 135).